Dr. med. Michael Höppner - Facharzt für Urologie

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Blasenentzündung (akute Zystitis) - kein reines Frauenleiden

Wenn Menschen an eine Blasenentzündung denken, auch als Zystitis bezeichnet, verbinden sie diese häufig nur mit Frauen und dem Sitzen auf kalten Flächen. Tatsächlich kann eine Blasenentzündung jedoch viele unterschiedliche Ursachen haben und es ist mitnichten nur das weibliche Geschlecht betroffen.

Blasenentzündung – Ursachen

Mit wenigen Ausnahmen sind Entzündungen der Harnblase auf die Infektion mit aufsteigenden Erregern zurückzuführen. Am häufigsten ist Escherichia coli dafür verantwortlich, eine Bakterienart, die natürlicherweise in der Darmflora anzutreffen ist. Doch auch andere Bakterien wie Mykoplasmen, Ureaplasmen, Chlamydien und Kokken, außerdem Hefepilze und einige Viren können zum Entzündungsvorgang führen.

Bei Frauen stellen sehr häufiger Geschlechtsverkehr oder der Wechsel von Anal- zu Vaginalverkehr ohne Kondom bzw. ohne das Kondom zu wechseln Risikofaktoren dar. Auch falsche Analhygiene begünstigt eine Entstehung. Veränderungen des Stoffwechsels oder des Hormonhaushalts, wie sie beispielsweise bei einer Diabetes mellitus oder nach Beginn der Menopause auftreten, können die Anfälligkeit für eine Blasenentzündung ebenfalls erhöhen.

Weiterhin können Fehlbildungen des Urogenitaltrakts sowie Prostataveränderungen bei Männern dazu führen, dass Keime leichter und in größerer Zahl in die Harnblase wandern. Auch eine allgemeine Immunschwäche, bedingt durch Medikamente oder andere Erkrankungen, erhöht die Infektionsanfälligkeit. Nicht zuletzt können medizinische Eingriffe, die die Blase betreffen, Keime in die Blase eintragen oder diese mechanisch reizen.

Frauen sind aufgrund der kürzeren Harnröhre und der anatomischen Nähe von Harnröhrenausgang und Rektum anfälliger für Harnwegsinfektionen. Doch auch Männer können eine Blasenentzündung bekommen, insbesondere in höherem Alter, wenn durch eine vergrößerte Prostata die Blasenentleerung gestört ist.

Blasenentzündung – Symptome

Zu den Leitsymptomen der Blasenentzündung zählen mäßige bis starke Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen. Doch auch allgemeines Unwohlsein, Krämpfe, ständiger Harndrang sowie Unterleibsschmerzen treten häufig auf. In schweren Fällen kann dem Urin Blut oder sogar Eiter beigemengt sein – spätestens dann sollte der Urologe aufgesucht werden. Dies gilt speziell dann, wenn die Blasenentzündung mit Fieber einhergeht, da unter diesen Umständen von einer Beteiligung anderer Organe wie der Niere oder Prostata ausgegangen werden kann.

Blasenentzündung - Behandlung und Vorbeugung

Während die Verschreibung von Antibiotika lange Zeit als unumgänglich galt, zeigen neuere Studien, dass Blasenentzündungen in leichteren Fällen ohne Medikamente ausheilen können. Unterstützend können Schmerzmittel und die zur Vorbeugung empfohlenen Stoffe genutzt werden.

Dies ist insbesondere im Rahmen der immer häufiger auftretenden Resistenzentwicklungen eine wichtige Erkenntnis. Allerdings sollte die Blasenentzündung gut beobachtet werden – klingt sie nicht von selbst ab oder werden die Beschwerden stärker, ist eine Antibiotikatherapie anzuraten.

Vorbeugend können verschiedene pflanzliche Präparate eingenommen werden, zu den üblichsten zählen Senföle und Cranberry-Produkte. Ziel der Substanzen ist es entweder die Anhaftung der Bakterien an der Blasenwand zu erschweren, oder den pH-Wert des Urins zu verändern.

Da Escherichia coli, der häufigste Verursacher von Blasenentzündungen, ein neutrales Milieu bevorzugt, führt eine Alkalisierung oder Ansäuerung des Urins häufig zu einer deutlichen Reduzierung der Keimzahl. Maßnahmen dieser Art sind insbesondere bei wiederkehrenden Infekten empfehlenswert.

Blasenentzündung - Komplikationen

Die am meisten gefürchtete Komplikation einer Blasenentzündung sind die Nieren- und Nierenbeckenentzündung. Diese kann durch weiteres Aufsteigen der Keime entstehen und im schlimmsten Fall zu einer generalisierten Infektion und einer lebensgefährlichen Sepsis führen. Bei Männern kommen zudem Entzündungen der Prostata oder der Nebenhoden vor, die ebenfalls zu einem septischen Krankheitsbild führen können.

Dr. med. Michael Höppner - Facharzt für Urologie