Dr. med. Michael Höppner - Facharzt für Urologie

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Vasektomie - Sterilisation – Wenn die Familienplanung abgeschlossen ist

Wenn die Familienplanung endgültig abgeschlossen ist oder generell kein Kinderwunsch besteht, können verschiedene Verhütungsmöglichkeiten in Betracht gezogen werden. Als eine der sichersten Methoden gilt die Sterilisation – Vasektomie des Mannes.

Hieß es vor einigen Jahren noch, dass die meisten Männer das Thema Verhütung der Frau überlassen, haben sich innerhalb der letzten 20 Jahre mehr und mehr Männer dazu entschlossen, diese Verantwortung selbst in die Hand zu nehmen.

Die Zahl der durchgeführten Eingriffe zur Sterilisation – Vasektomie des Mannes konnte damit signifikant gesteigert werden. Dennoch haben auch heute noch viele Männer Angst vor dem Eingriff. Diese ist jedoch absolut unbegründet.

Ziel einer Sterilisation - Vasektomie

Um den Ablauf einer Vasektomie zu erläutern, ist es wichtig, den eigentlichen Ablauf der Ejakulatbildung zu verstehen. Generell werden Spermazellen innerhalb der Hoden gebildet. Von dort aus gelangen sie über die Samenleiter in die Samenbläschen. Innerhalb dieser werden die Spermazellen mit Prostatasekreten und Sekreten aus den Samenbläschen vermengt – das eigentliche Ejakulat entsteht.

Bei einer Sterilisation – Vasektomie liegt der Fokus auf den Samenzellen, welche für die Fortpflanzung essenziell sind. Ohne Samenzellen ist keine Befruchtung der weiblichen Eizelle und somit auch kein Schwangerschaftseintritt möglich. Eine Sterilisation – Vasektomie sieht die Unterbrechung der Samenleiter vor, damit das Ejakulat spermienfrei bleibt.

Vasektomie - die Methoden

Um das Ziel der Spermienfreiheit zu erreichen, gibt es verschiedene Durchführungsmethoden, wobei sich die einzelnen Schritte nahezu ähneln.

1. Freilegung der Samenleiter am Hodensack-Ansatz, mithilfe von zwei kleinen Schnitten.

Alternativ: Skalpellfreie Freilegung der Samenleiter mit Hilfe von minimal-invasiven Spezialinstrumenten, wobei das Gewebe behutsam auseinandergedrängt wird.

2. Beidseitige Durchtrennung der Samenleiter mit anschließender Vernähung und zusätzlicher Kauterisation der Samenleiterstümpfe – hierbei handelt es sich um eine Zerstörung des Gewebes mittels thermischer Mittel oder einem Kauter (chirurgisches Instrument).

3. Verschluss des Zugangs am Hodensack

Eine Vollnarkose während einer Sterilisation – Vasektomie ist heute nur noch in seltenen Fällen notwendig. Im Regelfall wird die Operation unter lokaler Betäubung durchgeführt. Ferner findet die Durchführung ambulant statt.

Änderungen nach der Sterilisation - Vasektomie

Nach der Durchführung einer Sterilisation – Vasektomie ändert sich lediglich die Beschaffenheit des Ejakulats. Dieses ist ab diesem Zeitpunkt frei von Spermien. Es besteht lediglich aus Sekreten der Prostata und Samenbläschen.

Das Samenerguss-Volumen reduziert sich um circa fünf Prozent. Die Erektions- und Orgasmus Fähigkeit des Mannes wird durch eine Sterilisation – Vasektomie in keiner Weise beeinflusst. Gleiches gilt für den Hormonhaushalt.

Potenzielle Risiken einer Sterilisation - Vasektomie

Abhängig von der Operationsmethode und der chirurgischen Erfahrung des durchführenden Arztes sind Blutung, Infektionen, postoperative Schmerzen oder Hämatome möglich. Findet die Durchführung skalpellfrei statt, sind diese Risiken jedoch nahezu ausgeschlossen. Darüber hinaus besteht stets die Gefahr eines erfolglosen Eingriffs, wobei dieses Risiko relativ gering ist.

Sollte eine Sterilisation – Vasektomie erfolglos ablaufen, können weiterhin fruchtbare Spermien im Ejakulat nachgewiesen werden. Außerdem sind Wochen nach dem Eingriff chronische Beschwerden möglich. Bei erfahrenen Operateuren entstehen derartige Komplikationen allerdings sehr selten bis gar nicht, so dass Ängste hierüber in der Regel absolut unbegründet sind.

Dr. med. Michael Höppner - Facharzt für Urologie