Dr. med. Michael Höppner - Facharzt für Urologie

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Prostatakrebs (Prostatakarzinom; PCa) - die häufigste Tumorerkrankung des Mannes

Die etwa kastaniengroße Prostata ist ein männliches Geschlechtsorgan und befindet sich unter der Harnblase. Sowohl bei einer gut- als auch bösartigen Tumorerkrankung der Prostata können Probleme beim Wasserlassen die Folge sein.

Prostatakrebs ist die bei Männern die am häufigsten vorkommende Krebserkrankung. Laut einer aktuellen Studie des Robert-Koch-Instituts werden allein in Deutschland jährlich 63.500 neue Prostatakrebs-Fälle bekannt. Die meisten Männer erkranken etwa ab dem 60. – 70. Lebensjahr.

Prostatakrebs - Was sind die Ursachen?

Die exakten Ursachen für die Erkrankung sind noch unbekannt. Jedoch hat man herausgefunden, dass gewisse Faktoren die Entstehung des Karzinoms begünstigen; dazu zählen das Alter, genetische Veranlagung, Ernährung, Lebensstil sowie berufliche Risikofaktoren.

Über 80 Prozent der Patienten mit einem diagnostizierten Prostatakarzinom haben das 60. Lebensjahr überschritten. Männer, deren Verwandte ersten Grades (Vater, Bruder, Sohn) an Prostatakrebs erkrankt sind, tragen ein doppelt so hohes Risiko in sich, ebenfalls an einem Prostatakarzinom zu erkranken. Je größer die Anzahl erkrankter Verwandter, desto höher steigt auch das eigene Risiko.

Hinsichtlich der Ernährung legen einige Studien nahe, dass eine fett- und kalorienreiche Ernährung die Entstehung von Prostatakrebs begünstigen, wohingegen eine ausgewogene Ernährung mit Gemüse, Getreide und Sojaprodukten vorbeugend zu sein scheint. Auch Berufsgruppen mit hoher Schwermetall- und Strahlenbelastung könnten zur Risikogruppe gehören; allerdings liegen hierzu noch keine aussagekräftigen Studien vor.

Prostatakrebs - Was sind die Symptome?

Die ersten Anzeichen von Prostatakrebs treten erst relativ spät und zumeist in fortgeschrittenen Stadien auf. So haben Betroffene häufig Schmerzen und Schwierigkeiten beim Wasserlassen, Schmerzen bei der Ejakulation, Erektionsprobleme, Blut in Urin oder Sperma sowie bei Metastasierung Rückenschmerzen u.a. im Lendenwirbel- und Steißbeinbereich. Zusätzlich können Probleme beim Stuhlgang sowie Schmerzen im Bereich der Prostata auftreten.

Prostatakrebs - Wie sehen Diagnosestellung und Therapiemöglichkeiten aus?

Die Heilungschancen hängen in erster Linie davon ab, in welchem Stadium das Prostatakarzinom diagnostiziert wurde. Daher spielt die Prävention (Früherkennung) die wichtigste Rolle für die Therapie eines Prostatakarzinoms. Da Prostatakrebs erst in fortgeschrittenen Stadien die ersten Beschwerden verursacht, bleibt er häufig lange unbemerkt. Daher ist um so wichtiger, regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen.

Gesetzliche Krankenkassen bezahlen für Männer ab dem 45. Lebensjahr einmal jährlich eine Untersuchung der Prostata. Hierbei tastet der Urologe die Geschlechtsorgane und die Prostata ab. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, gemäß den Empfehlungen der DGU (Deutsche Gesellschaft für Urologie), eine erweiterte Vorsorgeuntersuchung durchführen zu lassen. Diese umfasst die Bestimmung des PSA-Wertes sowie die Durchführung einer transrektalen Ultraschalluntersuchung der Prostata. Durch die Kombination aus diesen drei Untersuchungen werden die meisten Tumoren der Prostata in einem Frühstadium diagnostiziert, in dem ein Prostatakarzinom noch heilbar ist. Besteht der Verdacht einer Tumorerkrankung, kann mittels transrektalem Ultraschall, Gewebeentnahme und Prostatakrebs-Staging eine genaue Diagnose gestellt werden.

Das Karzinom kann entweder operiert werden oder mittels Kälte-, Ultraschall-, Strahlen-, Hormon- oder Chemotherapie behandelt werden. Ist keine sofortige Behandlung nötig, da der Krebs voraussichtlich keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen mit sich bringen würde (beispielsweise bei langsamem Tumorwachstum), wird der Tumor lediglich vierteljährlich kontrolliert (watchful waiting). Ähnlich verhält es sich mit der aktiven Überwachung (active surveillance): Sind nur wenige Zellen des Tumors entartet und ist dieser nicht sehr agressiv, wird er ebenfalls engmaschig kontrolliert.

Prostatakrebs - Fazit

Prostatakrebs ist heilbar, allerdings hängen die Heilungschancen stark davon ab, in welchem Stadium mit der Therapie begonnen wird. Hierzu ist eine gute Vorsorgeuntersuchung mit erweiterter Diagnostik unerlässlich.

Dr. med. Michael Höppner - Facharzt für Urologie