Dr. med. Michael Höppner - Facharzt für Urologie

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Nierensteine (Nephrolithen) - Symptome, Diagnose und Therapie

Nierensteine und Harnleitersteine sind die Ursache für schmerzende Nierenkoliken. Das Wissen über Symptome, Ursachen, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten hilft Patienten, bei entsprechenden Anzeichen richtig zu reagieren.

Nierensteine - Definition und Arten

Die Bildung von Nierensteinen erfolgt auf Basis von Bestandteilen des Urins. Die harnbildenden Substanzen liegen normalerweise in gelöster Form vor, können sich unter bestimmten Voraussetzungen aber ablagern. Hierbei kommt es zu Kristallisationsprozessen. Im Hinblick auf die chemischen Verbindungen werden in der Medizin mehrere Arten von Nierensteinen unterschieden. Diese sind nach absteigender Häufigkeit:

  • Kalziumhaltige Steine, auf die 70 bis 80 Prozent aller Nierensteine entfallen.
  • Harnsäuresteine oder Uratsteine, die 15 Prozent aller Steine ausmachen.
  • Magnesium-Ammonium-Phosphat-Steine oder Struvitsteine, deren Anteil bei etwa zehn Prozent liegt.
  • Zystin- und Xanthin-Steine, die mit etwa zwei Prozent am seltensten sind.

Nierensteine - Symptomatik

Ruhende Nierensteine werden in vielen Fällen nur zufällig im Rahmen von Ultraschalluntersuchungen entdeckt. Häufig findet sich in diesen Steinen eine Ursache für Harninfektionen oder Blut im Urin.

Gelangen Nierensteine in den Harnleiter und können nicht mehr abgelassen werden, so verursachen sie starken Schmerz. Hierbei wird von Nierenkoliken gesprochen. Sie treten meistens wellenförmig auf, wobei sie von einer Flanke ausgehend bis in den Unterbauch ausstrahlen. Dies wird oft von Übelkeit und Erbrechen begleitet.

Da die Steine Ursache für Schleimhautverletzungen im Harnleiter sein können, ist Blut im Urin nachweisbar.

Nierensteine - Diagnostik

Zu den wichtigsten Diagnosemethoden gehören:

  • Blutuntersuchung
  • Urinuntersuchung
  • Ultraschalluntersuchung
  • Röntgenuntersuchung
  • Computertomographie (CT)

Einer der wichtigsten Anhaltspunkte für den Arzt ist die Krankengeschichte. Traten in der Vergangenheit bereits Nierensteine auf oder sind andere Familienmitglieder betroffen, so erhöht das die Wahrscheinlichkeit auf die Entstehung neuer Steine.

Im Rahmen einer Blutuntersuchung wird unter anderem der Kreatinin-Wert, sowie Kalium, Phosphat, Harnsäure und Harnstoff untersucht. Urinuntersuchungen geben Rückschluss auf Blut im Urin. Die Untersuchung kann mittels Teststreifen oder mikroskopisch erfolgen. Bei einem Harninfektionsverdacht wird eine Urinkultur angelegt, die mögliches Bakterienwachstum erkennen lässt.

Bei einer Ultraschalluntersuchung können Nierensteine ab einer Größe von zwei Millimetern erkannt werden. Ebenso lassen sich mögliche Harnstauungen über die Sonografie erkennen. Zusätzliche Informationen über den Abfluss aus den Nieren können bei einer Röntgenuntersuchung gewonnen werden.

Eine genaue Diagnose der Größe und Lageposition möglicher Nierensteine ist im Rahmen der Nativ-Computertomographie möglich.

Nierensteine - Behandlungsmöglichkeiten

Viele kleinere Steine können über den Urin ausgeschieden werden (bei Größen bis etwa vier Millimeter). Unterstützend wird der Arzt raten, möglichst viel zu trinken. Auch körperliche Bewegung kann dem Abtransport der Steine dienen.

Größere Steine müssen operativ behandelt werden. Je nach Lokalisation und Größe des Steines kommen dabei verschiedene Operationsmöglichkeiten zum Einsatz.

Durch die extrakorporale Stoßwellen-Lithotripsie (ESWL) werden Nierensteine mittels akustischer Druckwellen (Stoßwellen) zertrümmert. Haben sich kleine Stein-Fragmente gebildet, können diese anschließend ausgeschieden werden.

Mittels einer Ureterorenoskopie (URS) können Harnleiter- und Nierensteine unter Sicht behandelt und entfernt werden. Größere Steine werden mit dem Laser unter Sicht zerkleinert und bei kleiner Fragmentgröße entfernt.

Große Nierenbeckensteine müssen mittels einer perkutanen Nephrolitholapaxie (PNL) behandelt und entfernt werden.

Nierensteine - Medikamentöse Behandlung und Auflösung

Das Medikament Tamsulosin, ein sogenannter Alphablocker, kann den Steinabgang unterstützen. In manchen Fällen ist auch eine Auflösung der Steine durch Medikamente möglich. Hierzu gibt es Medikamente, die den pH-Wert des Harns erhöhen, ihn also basischer machen und Steine dadurch auflösen können. Der Wirkstoff Allopurinol senkt die Harnsäurekonzentration im Blut. Der Harnsäurespiegel kann zudem durch eine entsprechende Änderung der Ernährungsgewohnheiten gesenkt werden.

Nierensteine - eine rezidiv-freudige Erkrankung

50 % aller Patienten mit Nierensteinen bilden in Ihrem weiteren Leben nochmals einen Nierenstein, 33 % aller Patienten sogar mehrmals. Ursachen für eine rezidivierende Steinbildung können manche Grunderkrankungen (z.B. M. Crohn, Kurzdarmsyndrom) oder auch Stoffwechselstörungen (Hyperparathyreoidismus, Vitamin D-Stoffwechselstörungen mit vermehrtem Calciumabbau aus den Knochen oder auch eine erhöhte Harnsäureausscheidung) sein, aber auch immer wieder auftretende Harnwegsinfekte. Eine erweiterte Abklärung bei Patienten mit mehrfachen Steinereignissen sollte daher durchgeführt werden. Durch Medikamente kann dann gegebenenfalls eine rezidivierende Steinbildung positiv beeinflusst werden.

Dr. med. Michael Höppner - Facharzt für Urologie